Nachwuchs gesucht

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Das ARBERLAND im Bayerischen Wald will Azubis und Fachkräfte für Spitzenbetriebe in der Glasbranche gewinnen – Ausbildungstour als Ansporn für Jugendliche in der Region.

Eine der wichtigsten Glasregionen Bayerns wirbt gemeinsam um Nachwuchs: Das ARBERLAND, wie der Landkreis Regen genannt wird, liegt an der Glasstraße, die jedes Jahr Millionen Besucher anzieht. Glas aus dem ARBERLAND ist rund um den Globus gefragt. Auf den Tischen von Luxushotels, auf den Podesten von internationalen Sportveranstaltungen, in den Objektiven von Kameras und in vielen weiteren Bereichen. Etliche Firmen aus dem Bayerwald-Landkreis sind Weltmarktführer – und händeringend auf der Suche nach Azubis und Fachkräften. Das Netzwerk Glas, in dem heimische Glas-Unternehmen zusammenarbeiten, startete jetzt erstmals für Jugendliche eine gemeinsame Ausbildungstour und bekam für die Idee, die vom Bayerischen Wirtschaftsministerium unterstützt wird, viel positive Resonanz.

Seit Jahrhunderten wird im Bayerischen Wald Glas gemacht. Das ARBERLAND gilt als eines der letzten in sich geschlossenen Glaszentren der Welt, die Glasfachschule in Zwiesel ist eine von fünf Glasfachschulen in ganz Deutschland. Traditionelles Glashandwerk, innovative Ideen und modernste Technik rund ums Glas sind im ARBERLAND daheim“, betonte Herbert Unnasch, Geschäftsführer der Kreisentwicklungsgesellschaft ARBERLAND REGio GmbH, die auch das Netzwerk Glas betreut. Firmen aller Branchen, die für Kompetenz rund ums Glas stehen, arbeiten in dem Netzwerk zusammen: Glashütten und Manufakturen, die ihre Produkte bis nach Neuseeland liefern, Weltmarktführer für Trinkglasserien, Maschinenbauer, die Schmelz- oder Prüfanlagen nach Indien oder Russland exportieren, Firmen, die optische High-Tech-Systeme entwickeln, und weitere Glasfachleute wollen Forschung und Fertigung, Kunst, Handwerk und Industrie zusammenbringen und miteinander Fachkräfte gewinnen.

Die Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten in den Glasbetrieben sind so vielfältig wie der Werkstoff Glas selbst: Glasmacher, -veredler, -maler oder Graveure bilden die Betriebe ebenso aus wie Verkäufer im Einzelhandel, Elektroniker für Betriebstechnik, Mechatroniker, Technische Produktdesigner, Feinoptiker, Konstruktionsmechaniker, Anlagenführer oder Fachinformatiker. Dennoch ist es für etliche Glas-Unternehmen schwer, Azubis zu finden, offene Stellen zu besetzen, ihr Knowhow weiterzugeben und das Spezialwissen für die Zukunft zu sichern. „Gerade junge Leute aus der Region wissen nicht, welch spannende Berufschancen es in der Glasbranche gibt“, verdeutlicht Herbert Unnasch die Herausforderung. Und genau die wollen die Glasbetriebe miteinander angehen.

Einen Tag lang luden die Glasspezialisten nun Jugendliche aus der Region zu einer Ausbildungstour ein. Schüler aus dem ganzen Landkreis erkundeten in sieben Glasbetrieben, die Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten in 28 Berufen, die in der Glashütte Eisch, im Glasdorf Weinfurtner, bei der UAS Messtechnik, Qioptiq, Joska Kristall, IWG Glasofenbau Wagenbauer und bei der Zwiesel Kristallglas AG mit ihren Partnern iProtec und Ullrich zu finden sind. Der Aha-Effekt war bei den Jugendlichen groß, als sie Vertreter der Glasberufe in Aktion erlebten – mal mit der Glaspfeife vor dem Ofen, mal beim Polieren an der CNC-Maschine, beim Planen hochmoderner Anlagen am PC oder beim Austüfteln neuer Ideen für mundgeblasene Glaskugeln, industriell gefertigte Trinkgläser, kleine Kunstwerke oder meterhohe Skulpturen sowie Glas in Optik und Technik.