Der Landkreis Kelheim blüht auf

Mathias Mehler Akteure, Allgemein, Bayerischer Wald. Heimatregion Leave a Comment

Welche Flächen eignen sich für Blumenwiesen zwischen Donau und Laber?

Biodiversität ist in aller Munde und auch die Kommunen im Landkreis Kelheim beschäftigen sich mit diesem Thema. „Der Landkreis blüht auf“, heißt ab sofort die Devise. Dafür legten Josef Reidl, Leiter am Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern, Landrat Martin Neumeyer und viele Bürgermeister Hand an und verteilten Mähgut auf einer „Eh-da“-Fläche. Dies ist der Anfang eines Projektes, an dem sich alle Kommunen im Landkreis beteiligen. „Wir unterstützen die Suche nach vorhandenen Fläche, die sich für Blühflächen eignen“, so Reidl.


 

Start frei für den blühenden Landkreis. Amtsleiter Reidl, Landrat Neumeyer und viele Bürgermeister legten selbst Hand an und halfen mit, Samen zu verteilen.

 

Bei der Auftaktveranstaltung stellten Klaus Blümlhuber, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes Kelheim VöF, Prof. Dr. Christian Künast der TU München sowie Marl Deubert der RLP Agroscience GmbH das Projekt vor. Zunächst werden Flächen lokalisiert, die sich für gemeindeübergreifende Blühareale eignen. Hier zahlt sich die Zusammenarbeit in einer Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) aus: alle Kommunen des Landkreises, die interkommunal zusammenarbeiten, erhalten Zuschüsse vom Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern (ALE). „Wir übernehmen 75 Prozent der Kosten, da es überall Flächen gibt, die ökologisch aufgewertet werden können“, so Reidl. Ziel ist es, diese sogenannten „Eh da“-Flächen zur Förderung biologischer Vielfalt zu nutzen. Das sind Flächen, die in und außerhalb von Siedlungsbereichen sowieso vorhanden (also „eh da“) sind, aber noch mehr Artenvielfalt vertragen könnten: zum Beispiel Verkehrsinseln, Böschungen oder Grünflächen in Siedlungen. Eigentümer sind meist Gemeinden, Bund oder Land.

Diese „Eh da“ – Flächen spürt das Büro Agroscience in Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband (VöF) Kelheim auf. Auf Grundlage amtlicher Geodaten und Luftbilder aus jeder Gemeinde werden potentielle Flächen herausgefiltert. Besonders interessant sind Bereiche, die sich für eine Biotopvernetzung eignen. Wenn dann die Flächen feststehen, sollen in ab 2020 Blumenwiesen angelegt werden. Mit einer „Mähgut-Übertragung“ als Startschuss für eine weitere bunte Blumenwiese gaben Reidl, der Landrat und einige Bürgermeister dann den Startschuss in eine blühende Zukunft für den Landkreis Kelheim. „Wir gehen demnächst direkt auch auf die Landwirte und Grundstückseigentümer zu, um mit ihnen eine optimale Lösung für mehr Blühflächen in der Landschaft zu bekommen“, so Bürgermeister Herbert Blascheck vom Markt Langquaid, der in vielen Gesprächen mit Dr. Christian Thurmaier vom Amt und Klaus Blümlhuber vom VöF das Projekt mit initiiert hat.

Für die Vorbereitung von Blühflächen erhalten die Kommunen Langquaid, Bad Abbach, Rohr, Hausen, Herrngiersdorf, Teugn, Saal an der Donau, Kirchdorf, Wildenberg (Integrierten Ländlichen Entwicklung ILE Donau-Laber), Neustadt a.d. Donau, Biburg, Abensberg, Siegenburg (Integrierten Ländlichen Entwicklung ILE ABeNS) sowie Mainburg, Volkenschwand, Aiglsbach, Elsendorf, Attenhofen und Train (Integrierten Ländlichen Entwicklung ILE Hallertauer Mitte) Landesmittel vom Amt.

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