ILE Klosterwinkel präsentiert Entwicklungskonzept

Mathias Mehler Akteure, Allgemein, Bayerischer Wald. Heimatregion, Veranstaltungen, Videos

In Anwesenheit von über 150 Ratsmitgliedern der zehn Mitgliedsgemeinden der ILE Klosterwinkel sowie einer großen Anzahl an Ehrengästen wurde Anfang Dezember 2019 in der Aula der Mittelschule Aidenbach im Rahmen einer interkommunalen Ratssitzung das fertiggestellte „Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept“ (ILEK) öffentlich vorgestellt und den Bürgermeistern der teilnehmenden Gemeinden offiziell übergeben.

Bereits in seiner Begrüßung verwies Aidenbachs Bürgermeister und Erster Vorsitzender der ILE, Karl Obermeier, auf den Umfang der ILE, welche knapp 500 Quadratkilometer und über 50.000 Einwohner umfasse. Er betonte die erklärte Absicht der ILE-Gemeinden, gemeinsam die Region zu stärken und für die Zukunft gerüstet zu sein.

In zwei Grußworten unterstrichen Karl Walter Taubeneder, Mitglied des Bayerischen Landtages sowie Josef Reidl, Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung in Landau, die zunehmende Bedeutung interkommunaler Kooperationen. Früheres Kirchturmdenken weiche immer mehr einem Wir-Gefühl zur Gestaltung der Zukunft im gemeinsamen Arbeits-, Lebens- und Wohn- und Arbeitsumfeld des Klosterwinkels. Als eine der jüngsten ILEen im Land haben sich die zehn Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden das Ziel gesetzt, die nachhaltige Entwicklung der natürlichen Lebensgrundlagen, heimatliche Verbundenheit, kulturelle Identität und den regionalen Wirtschaftsstandort zu fördern.

Impressionen

Fotos: © Markt Aidenbach

Zu Beginn stellten die mit der ILEK-Erstellung beauftragten Büros Dr. Fruhmann (Parsberg) und Planwerk (Nürnberg) im Rahmen einer Präsentation das ILEK und dessen Inhalte in den Grundzügen vor. Bereits die repräsentative Auswahl der erhobenen Daten, wie z. B. zur demographischen Entwicklung, bei der Leerstands- und Baulückenerfassung oder zum Wohnraumpotential, zeigt sich der hohe Grad potentieller Entwicklungsmöglichkeiten in der Region. Ins Detail ging es im Anschluss, als sämtliche Bürgermeister im Rahmen einer Gesprächsrunde abwechselnd die sechs Handlungsfelder und Projekte vorstellten. Hierbei machten die Bürgermeister Karl Obermeier (Aidenbach) und Stefan Lang (Ortenburg) den Anfang und gingen auf die Siedlungs- und Innenentwicklung, insbesondere auf das eigens von den Kommunen aufgelegte Förderprogramm zur Leerstandsvermeidung ein. Im Anschluss daran stellten die Bürgermeister Fritz Pflugbeil (Haarbach) und Manfred Hammer (Fürstenzell) ausgewählte Aspekte des Handlungsfeldes „Freizeit und Tourismus“ vor. Beide betonten das noch große Potential, welches es für Einheimische und Gäste zu heben gelte. Auf großes Interesse stieß die Vorstellung des Handlungsfeldes „Dorferneuerung, ländliche Entwicklung und Landwirtschaft“, welches die Bürgermeister Michael Diewald (Beutelsbach) und Ludwig Eder (Roßbach) vorstellten. Alleine die im Gespräch genannten Stichpunkte zur Daseinsvorsorge und Sicherung der Lebensqualität vor Ort lassen dessen steigende Bedeutung erahnen.

Die Aspekte Ressourcen – und Klimaschutz wurden von Bürgermeister Hermann Etzel (Egglham) sowie dem Zweiten Bürgermeister Christian Gödel (Vilshofen) vertieft. Während Herr Gödel im Bereich des Klimaschutzes bereits aufgrund verschiedener Aktivitäten in Vilshofen eine Vielzahl an Erfahrungen einbringen kann, steht der ILE mit Bürgermeister Etzel zusätzlich ein praktizierender Landwirt mit angewandtem Wissen im Boden- und Gewässerschutz zur Verfügung. Abgerundet wurden die Gespräche durch die Bürgermeister Willi Wagenpfeil (Hofkirchen) und Harald Mayrhofer (Aldersbach), welche auf den Bereich der Verwaltungskooperation eingingen. Anhand praktischer Beispiele, wie z. B. der Bauhöfe oder Ferienprogramme zeigten sie auf, dass der Synergie-Effekt weit über den üblichen Austausch an Informationen hinausgeht.

Video-Rückblick

 

Roland Spiller, Leitender Baudirektor des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie Josef Reidl, Amtsleiter im Amt für Ländliche Entwicklung Landau stellten aus übergeordneter Sicht die zunehmende Bedeutung interkommunaler Kooperationen vor. Hierbei wurde betont, dass die zur Verfügung stehenden finanziellen Möglichkeiten letztendlich von den Bürgern erarbeitete Steuermittel sind und deren langfristige Planung stets eine große Herausforderung darstellt. Zum Abschluss gab der für die ILE Klosterwinkel verantwortliche Projektmanager Stephan Romer einen kurzen Einblick in die alltägliche Verwaltungsarbeit.

Im Anschluss an die Gespräche bedankten sich die Geschäftsführer der Planungsbüros, Dr. Wolfgang Fruhmann und Gunther Schramm bei den beteiligten Gemeinden für das konstruktive Miteinander bei der Datenerhebung und –zusammenstellung und übergaben das fertiggestellte Integrierte Entwicklungskonzept an die Bürgermeister der ILE-Gemeinden.

Bürgermeister Karl Obermeier bedankte sich zum Abschluss bei allen Beteiligten sowie den anwesenden Ratsmitgliedern für das hohe Interesse an der Veranstaltung. Er lud alle anwesenden Gäste im Anschluss zu einem gemeinsamen Imbiss ein, bei welchem eine Vielzahl vertiefender Gespräche geführt wurde.

 


© Stephan Romer | Projektmanager ILE „Klosterwinkel“