„Gemeinsam sind wir stärker“: Zum niederbayerischen Netzwerktreffen kamen Akteure aus 21 Integrierten Ländlichen Entwicklungen nach Winzer. (Foto: Helene Schimpf)

Rückblick – ILE-Netzwerktreffen in Winzer

M. Allgemein

Engagiert, mutig und innovativ – diese Eigenschaften kennzeichnen Gemeinden, die sich zu einer Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) zusammenschließen und sich miteinander einsetzen für eine attraktive und lebenswerte Region. Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sind überzeugt: „Gemeinsam sind wir stärker!“ Das wurde auch beim ILE-Netzwerktreffen, das am 11. Mai 2022 im Gasthaus zur Post in Winzer vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Niederbayern organisiert worden ist, deutlich. Unter dem Motto „Sie sind gefragt!“ tauschten sich ILE-Mitstreiter aus ganz Niederbayern aus. Impulsvorträge zu aktuellen Themen rundeten die informative Veranstaltung ab, wichtiger Punkt dabei war der Bereich Erneuerbare Energien.

ILE-Zusammenschlüsse haben große Bedeutung

In Niederbayern gibt es 21 Integrierte Ländliche Entwicklungen, in denen insgesamt 167 Gemeinden zusammenarbeiten. Sie alle werden vom ALE Niederbayern begleitet und unterstützt, wie Amtsleiter Hans-Peter Schmucker in seiner Begrüßung deutlich machte. Es sind große Herausforderungen, denen sich der ländliche Raum stellen muss, so Schmucker. Als Beispiele nannte er demografische Entwicklung, weltweite Klimaerwärmung, Sicherstellung der Grundversorgung und der ärztlichen Versorgung, Gebäudeleerstände, Wiederbelebung von Ortszentren und ungebremster Flächenverbrauch sowie die Flächenkonkurrenz zum Anbau nachwachsender Rohstoffe. Um kommunal und regional erfolgreich zu sein, seien die ILE-Zusammenschlüsse von großer Bedeutung, betonte der Amtsleiter. Das Netzwerktreffen sei eine ideale Gelegenheit, sich auszutauschen, neue Projekte kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen.

Lösungsstrategien für den ländlichen Raum

Genau das machten die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie ILE-Mitstreiter im Anschluss an die Grußworte von Jürgen Roith, Bürgermeister von Winzer. In einem Workshop – moderiert von Ines Altmann vom ALE – unter dem Motto „Sie sind gefragt!“ präsentierten die Teilnehmer Leuchtturmprojekte und entwickelten gemeinsam Lösungsstrategien für Bereiche, die die Kommunen vor Herausforderungen stellen.

Land.Perspektiven 2030

Über die Zukunft der Integrierten Ländlichen Entwicklung in Bayern sprach Roland Spiller vom Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in seinem Impulsvortrag unter dem Titel „Land.Perspektiven 2030“. Die Verwaltung für Ländliche Entwicklung unterstütze die Menschen vor Ort, die sich mit viel Engagement für ihre Region stark machen. Ziel der ILE sei, einen größtmöglichen Beitrag zur Sicherung gleichwertiger Lebensverhältnisse und einer zukunftsorientierten Entwicklung in den ländlichen Räumen zu leisten. Wie das gelingen kann, erläuterte Spiller anhand der „Land.Perspektiven 2030“, ein Grundsatzpapier, in denen Bund und Länder strategische Handlungsfelder der ILE beschrieben haben.

Klimaschutz – Herausforderung und Chance zugleich

Im Vortrag „Kommunen und Klimaschutz: große Aufgabe – große Chance“ beleuchtete Dr. Thomas Kerscher die Herausforderungen und Potentiale, die ein neues Verständnis von Energiegewinnung und Nachhaltigkeit gerade für ländliche Kommunen mit sich bringt. Er betonte, dass rasches Handeln dringend erforderlich sei, um die Klimaziele noch erreichen zu können. Klimaschutz und Klimawandelanpassung können nicht mehr „nicht mitgedacht“ werden und betreffen nahezu alle Bereiche des kommunalen Handelns.

Paradebeispiel für erneuerbare Energien

„Erneuerbar, unabhängig und fit für die Zukunft!“ Unter diesem Titel präsentierten Bürgermeister Andreas Jakob und Dr. Ursula Diepolder von der ILE an Rott & Inn ihre ILE-Projekte vor Ort. Sie stellten unter anderem den ILE-Energiemonitor vor, den die ILE gemeinsam mit Bayernwerk betreibt. Im 15-Minuten-Takt werden hier die Werte zu Stromerzeugung und -verbrauch innerhalb der ILE aktualisiert – öffentlich abrufbar. Zufrieden zeigten sich die beiden außerdem mit ihren bereits erreichten Etappenzielen auf dem Weg zum regionalen Strommarkt. Das Ziel der ILE-Kommunen sei, einen sehr hohen Eigenversorgungsgrad mit erneuerbaren Energien zu erreichen – möglichst mit Strom und Wärme, die in der Region erzeugt werden.

Genussregion Niederbayern startet durch

„Schon immer. Einfach anders.“ Das ist der Slogan der Genussregion Niederbayern – ein regionales Kulinarik-Netzwerk, gefördert durch das ALE Niederbayern und den Bezirk Niederbayern. Wie Michael Kreiner, stellvertretender Leiter des ALE Niederbayern, betonte, steht die Genussregion Niederbayern für Nachhaltigkeit, Regionalität und Gemeinschaft. Sie verbindet über die Esskultur den einzigartigen Charakter von Menschen, Natur und Landschaft in Niederbayern mit zukunftsorientierten Impulsen, lädt zu wertsteigernden Begegnungen ein und beflügelt so eine nachhaltige Entwicklung der gesamten Region. „Ziel ist, dass unser Denken über Werte und Genuss in allen Bereichen dauerhaft verändert wird“, so Kreiner. Umso erfreulicher sei, dass am 1. Mai die neue Genussmanagerin Miriam Dick ihre Arbeit aufgenommen hat und künftig dafür sorgen wird, dass die Region sprichwörtlich in aller Munde ist.

 

NIEDERBAYERN TV Journal Deggendorf-Straubing vom 11.05.2022 Beitrag zum Netzwerktreffen ab Minute 6:49