Gmias for future Foto: Biogartl e.V.

SoLaWi in der Heimatregion

M. Akteure, Bayerischer Wald. Heimatregion, Themen

SoLaWi – Solidarische Landwirtschaft. Schon Mal davon gehört?
Beete in der SoLaWi Biogartl Foto: biogartl e.V.

Beete in der SoLaWi Biogartl
Foto: biogartl e.V.

Es gibt verschiedene Formen, wie SoLaWis organisiert sind, meistens aber als Genossenschaft oder Verein. In einer SoLaWi auf Vereinsbasis wird das Obst und Gemüse gemeinsam von den Mitgliedern angebaut, gepflegt und geerntet. Das zumeist ökologisch produzierte Gemüse wird unter den Mitgliedern aufgeteilt und der Überschuss teils in Hofläden verkauft, sodass jedeR etwas davon haben kann. Denn die Versorgung von regionalem und ökologisch angebautem Gemüse lässt in Deutschland aktuell noch zu Wünschen übrig.

Hier kommen die SoLaWis ins Spiel. Mitglieder der SoLaWis sind Generalisten, weil sie eine große Vielfalt an Gemüse und Obst anbauen. Ganz im Gegensatz zur aktuell herkömmlichen Landwirtschaft, wo der Fokus auf wenigen Kulturen und dem Spezialwissen dazu liegt. In den SoLaWis gibt es meist professionelle Unterstützung von GärtnerInnen. Organisiert als Verein steht auch das Miteinander an vorderster Stelle vieler SoLaWis. Die Mitglieder können sich in den unterschiedlichsten Bereichen einbringen. Allerdings ist eine Mitarbeit nicht in allen SoLaWis verpflichtend, es gibt auch SoLaWis ohne jegliche Mitarbeit der Mitglieder. Alle SoLaWis eint, dass man sich für ein Jahr verpflichtet, die Kosten des landwirtschaftlichen Betriebs mit zu finanzieren und man erhält im Gegenzug einen fairen Anteil an der Ernte. Einige SoLaWis bauen das ganze Jahr hindurch an inkl. Lagergemüse und der Wintergärtnerei, also dem Anbau von frischem Grün auch in den kalten Monaten.

Das Miteinander steht an vorderster Stelle in der SoLaWi Foto: biogartl e.v.

Das Miteinander steht an vorderster Stelle in der SoLaWi
Foto: biogartl e.v.

Wie schaut so eine SoLaWi eigentlich aus?

Oft wird in der SoLaWi ein Market-Garden bewirtschaftet, der einer Permakultur ähnlich ist. Das heißt, es sind permanente Gemüsebeete, welche im Bestfall nie umgegraben werden (no-dig) und von einer guten Schicht nährstoffreichem Kompost bedeckt sind. So bleibt das Bodenleben erhalten, was dem Wachstum und der Artenvielfalt zugute kommt. Außerdem gibt es zwischen den Beeten Wege (z.B. aus Hackschnitzeln), um Unkraut zurückzuhalten und die Wasserspeicherung anzuregen. Das Gemüse ist meist ökologisch und im Einklang mit der Natur produziert, wobei Jungpflanzen und das Saatgut meist bio-zertifiziert sind. In Kirchberg vorm Wald können damit ca. 10-15 Gemüse/Obst-Sorten im wöchentlichen Anteil angeboten werden: von Gurke, Knoblauch, Rote Bete, Kräuter bis hin zum Kohl.

Gerade auch das Miteinander ist eine der wichtigsten Komponenten in den meisten SoLaWis. Das Zusammenhelfen, das Zusammenhalten und die Zusammenarbeit schweißt die Mitglieder zusammen, auch wenn sie sich davor noch nicht kannten. Organisiert als Verein bestimmen und entscheiden die Mitglieder über die Abläufe und Aufgaben in der SoLaWi gemeinsam.

Eins haben sie noch gemeinsam, die SoLaWis: sie freuen sich alle über neue Mitglieder und engagierte NaturliebhaberInnen!

Beete in der SoLaWi Kirchberg v. Wald Foto: SoLaWi Kirchberg v. Wald, Anna-Lena Feist

Beete in der SoLaWi Kirchberg v. Wald
Foto: SoLaWi Kirchberg v. Wald, Anna-Lena Feist

Market Gardening

Nicht jede SoLaWi verfolgt diese Anbauweise, allerdings doch die Meisten. Doch was steckt dahinter? Market Gardening bezeichnet eine Anbauweise, wobei auf kleiner Fläche ressourcenschonend eine Vielfalt an Gemüse angebaut und dann direkt an KonsumentInnen weiterverkauft wird. Der Anbau erfolgt ohne chemisch-synthetische Stoffe und mit einfachster Technik. In gewisser Weise geht man damit auch wieder einen Schritt zurück zum Ursprung. Auch der „No Dig“-Ansatz ist weit verbreitet. Der Boden, das hochkomplexe Bodennahrungsnetz („Soil Food Web“) wird möglichst in Ruhe gelassen, damit es sich entwickeln kann.

SoLaWis in der Region

Das „biogartl“ ist die erste SoLaWi im Landkreis Deggendorf. Auf einem idyllisch gelegenen Acker am Rande der Isarauenwälder bauen sie eine Vielfalt an Gemüse und Küchenkräutern an. Sie orientieren sich dabei an einer regenerativen – also bodenaufbauenden – Landwirtschaft (Market Gardening), die ohne chemisch-synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel auskommt und auf minimale Bodenbearbeitung setzt. Seit April diesen Jahres stehen sie schon wieder in den Startlöchern. Regional, Saisonal und Nachhaltig: Neben Gemüse und Küchenkräuter gibt es ab diesem Jahr auch schon etwas Obst von der Streuobstwiese in den Isarauen. Verteilt werden die Produkte beispielsweise in Plattling, Deggendorf, Metten, Osterhofen/Altenmarkt, Roßbach, Hengersberg, Neutiefenweg oder Landau/Schlüpfing. Mehr Infos gibt’s hier oder du meldest dich unter hallo@biogartl.de!

Erntekisten der SoLaWi Kirchberg v. Wald Foto: SoLaWi Kirchberg v. Wald, Anna-Lena Feist

Erntekisten der SoLaWi Kirchberg v. Wald
Foto: SoLaWi Kirchberg v. Wald, Anna-Lena Feist

Seit letztem Jahr gibt’s den Verein und die SoLaWi Kirchberg v. Wald. Das Gärtner Team bilden dabei Anna-Lena und Daniel Feist. Auch sie bewirtschaften die 3000 qm große Fläche als Market-Garden mit einer permakulturähnlichen Anbaumethoden. Ihr Anspruch ist es, 10-15 Gemüse und Obst-Sorten im wöchentlichen Anteil anzubieten: von Gurke, Knoblauch, Rote Bete, Kräuter und Kohl. Außerdem gibt es bei ihnen monatliche freiwillige Ackereinsätze für Mitglieder, verschiedene Arbeitsgruppen (Kräuter, Blumen, Verarbeitung…) und Workshops wie z.B für Fermentation. Abholtage sind immer dienstags 16-18 Uhr und samstags 9-11 Uhr.

Jeder und jede kann gerne vorbeikommen und sich alles anschauen und erklären lassen. Alle sind herzlich Willkommen bei ihnen auf dem Acker! Infos dazu gibts hier.

 

Alle Fotos: SoLaWi Kirchberg v. Wald und biogartl e.V.