Widderchen auf Flockenblume, Foto Pex, ALE NB

Über FlurNatur und boden:ständig

M. Themen

Erosion auf einem Feldweg nach einem Starkregenereignis, Foto ALE NB

Erosion auf einem Feldweg nach einem Starkregenereignis, Foto ALE NB

Der Klimawandel ist da. Und gerade in den letzten Tagen merken wir ihn auch bei uns: Hitze, Starkregen und Temperaturschwankungen. Eigentlich müssten wir grundlegend einiges ändern, aber uns auch anpassen! Die Ämter für Ländliche Entwicklung haben für Letzteres die Instrumente „FlurNatur“ und „bodenständig“ in petto! Denn beispielsweise eine Landschaft mit vielen Struktur- und Landschaftselementen (also z.B. Hecken, Streuobstwiesen) stärkt die Vielfalt von Flora und Fauna und hält einiges an Wasser zurück.

Förderinitiative „FlurNatur“ oder wie das ALE die Artenvielfalt unterstützt

Biodiversitätsleistungen, wie das Anlegen von Landschaftselementen in Form von Streuobstwiesen, Magerrasen, Feldhecken, Feldgehölzen, Gewässerrenaturierungen, Trocken- und Feuchtbiotope, Erdbecken oder Geländestufen, unterstützt das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Niederbayern auch außerhalb von Verfahren finanziell unter dem Namen „FlurNatur“. Darunter fallen beispielsweise auch Maßnahmen zum dezentralen Wasserrückhalt, wie z.B. begrünte Abflussmulden oder Regenrückhaltebecken. Dabei kann sich grundsätzlich jedeR um eine Förderung bewerben: von der Privatperson über Gemeinden und Verbände bis hin zu Vereinen! Um eine Förderung von 75% ergattern zu können, muss der Zuwendungsbedarf allerdings zwischen mindestens 5.000 € und maximal 60.000€ liegen.

Der Optimalfall: ein artenreicher Wegrand mit Mulde und Hecke, Foto: Pex ALE NB

Der Optimalfall: ein artenreicher Wegrand mit Mulde und Hecke, Foto: Pex ALE NB

Ziel der Initiative „FlurNatur“ ist es, die biologische Vielfalt zu erhalten. Zum Beispiels durch die Vernetzung und den Aufbau von Biotopverbundsystemen. Daneben zielen die Maßnahmen darauf ab, dass der Boden schlussendlich dort bleibt, wo er hingehört: nämlich auf dem Feld, nicht aber in den Siedlungen oder auf Straßen. Um den Wasserabfluss zu bremsen und Erosionen zu minieren, können begrünte Abflussmulden, Feuchtflächen oder Geländestufen geschaffen oder Erdbecken und Feuchtflächen angelegt werden. Denn der beste Schutz vor den Folgen extremer Witterung, Regen oder extremer Trockenheit ist eine vielfältige Kulturlandschaft!

 

„boden:ständig“, was ist das?
Auenrevitalisierung, Foto: ALE NB

Auenrevitalisierung, Foto: ALE NB

Unkalkulierbarer Starkregen folgt auf Trockenheit folgt auf Starkregen… Daraus folgen Wasserknappheit, der Verlust wertvollen Ackerbodens, Überflutungen oder Dürreschäden. Das heißt, die Bodenfruchtbarkeit sinkt, während unsere Gewässer immer mehr belastet und beansprucht werden. Daher ist es allerhöchste Zeit, umzudenken und u.a. unsere Flurgestaltung und Bodennutzung anzupassen. Seit 2017 gibt es aus diesem Grund die Initiative „boden:ständig“ im Programm der Ländlichen Entwicklung, initiiert vom Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Dabei unterstützt das Amt für Ländliche Entwicklung Landwirte, Landwirtinnen, GrundstückseigentümerInnen und Gemeinden finanziell und organisatorisch, wenn sie sich einen nachhaltigen Boden- und Gewässerschutz zum Ziel setzen.

Um den Boden lebendig und das Wasser zurückzuhalten gelten Humuswirtschaft, Mulchsaat, Hecken, Erosionsschutzstreifen, Sedimentationsbecken, Gewässerrenaturierungen, Feuchtflächen oder Uferabflachungen als bewährte Maßnahmen, die u.a. vom ALE gefördert werden können. Dabei ist die Arbeitsteilung bei boden:ständig gesetzt: die Landwirte engagieren sich mit erosionsmindernden Bewirtschaftungsmethoden, die Gemeinden an den Bächen und gemeinsam sind sie in der Flur bei der Anlage von Puffersystemen aktiv – freiwillig. Unterstützt werden sie dabei vom ALE.

 

Gemeinsam sind wir stärker

Ganz egal ob bodenständig oder FlurNatur: die Projekte funktionieren nur gemeinsam. Nur wenn Landwirte, Landwirtinnen, GrundstückseigentümerInnen, Gemeinden und das Amt für Ländliche Entwicklung freiwillig zusammenarbeiten wollen auf einen gemeinsamen Nenner kommen, dann können die Projekte funktionieren! Denn nur gemeinsam können wir etwas für die Artenvielfalt und gegen das Hochwasser, Überschwemmungen oder die Hitze tun! Tolle Fördermöglichkeiten bieten dabei FlurNatur und bodenständig, zwei Instrumente bzw. Initiativen der Ländlichen Entwicklung! Die Natur wird’s uns danken!

Info zu FlurNatur und bodenständig:

https://www.stmelf.bayern.de/agrarpolitik/foerderung/223116/index.php

https://www.boden-staendig.eu/