Über die ILE Ilzer Land

M. Akteure, Allgemein, Bayerischer Wald. Heimatregion

Die Ilz ist nicht nur Namenspatron der ILE, Foto: ILE Ilzer Land

Die Ilz ist nicht nur Namenspatron der ILE, Foto: ILE Ilzer Land

Der Fluss „Ilz“ ist nicht nur Namenspatron der ILE, sondern gibt auch Werte vor: Um den eigenen Ursprung wissend, und stets wie das Wasser in Fluss und Bewegung. Früheres Kirchturmdenken ist einem WIR-Gefühl zur Gestaltung der Zukunft im gemeinsamen Lebensraum um die Ilz gewichen: Seit 2005 werden im Projekt „Integrierte Ländliche Entwicklung im Ilzer Land“ (kurz: ILE Ilzer Land) gemeindeübergreifend und querschnittsorientiert verschiedene Handlungsfelder bearbeitet. Die 12 Gemeinden des Ilzer Landes liegen im Regierungsbezirk Niederbayern in den Landkreisen Freyung-Grafenau und Passau. Sie erstrecken sich über 350 km² und verfügen über 38.000 Einwohner. Teil der ILE Ilzer Land sind die Kommunen Eppenschlag, Innernzell, Schöfweg, Schönberg, Grafenau, Saldenburg, Thurmansbang, Ringelai, Perlesreut, Röhrnbach, Fürsteneck und Hutthurm.

Handlungsfeld Soziales, Mitwirkung und Traditionen stärken

„Die Menschen unserer Heimat liegen uns am Herzen“, das ist in diesem Bereich das Motte der ILE. Als Ziel haben sie sich dabei gesetzt, Vereine, Gruppen und Institutionen im Ilzer Land zu unterstützen, die sich für den sozialen Zusammenhalt vor Ort einsetzen. Denn Ehrenamt ist ihnen wichtig! Außerdem sollen alle Bevölkerungsgruppen – ob Jugendliche, Senioren oder Menschen mit Handicap – in das gesellschaftliche Leben integriert werden. Aus diesem Grund bietet die ILE für alle Menschen in der Region unterhaltsame Veranstaltungen und Aktionen an. Für Kinder und Jugendliche gibt es beispielsweise einen gemeinsamen Ferienkalender, während für die Seniorinnen und Senioren der Region ein Notfallpass erarbeitet und für alle Menschen mit Handicap ein Aktionstag ins Leben gerufen wurde. Aber auch Brauchtum und Traditionen sollen gefördert werden, um so die heimatliche Verbundenheit und Identität zu bestärken – sei es beim Brotbackkurs für Kinder oder beim Besuch des Museumsdorfes Bayerischer Wald mit dem Seniorennetzwerk. „Wir wollen die Menschen in unserer Heimat begeistern, bei der Entwicklung unserer Region mitnehmen und so gemeinsam mit den Bürgern/-innen unsere Heimat gestalten.“

Ilz Du mit mir online gehen? Die IT Initiative der ILE Ilzer Land, Foto: ILE Ilzer Land

Ilz Du mit mir online gehen? Die IT Initiative der ILE Ilzer Land, Foto: ILE Ilzer Land

Ein besonderes Highlight ist das IT Treff im Ilzer Land. Das Seniorennetzwerk Ilzer Land hat das Projekt „Ilz Du mit mir online gehen?“ ins Leben gerufen. Unter dem bayerischen Motto „I lern´s da. Des kriagst locker hi!“ finden in den Gemeinden im Ilzer Land IT-Treffs statt, bei denen Seniorinnen und Senioren von ehrenamtlichen IT-Paten beim Umgang mit dem Smartphone und Laptop unterstützt werden – und das in gemütlicher und lockerer Atmosphäre, sodass der Spaß nicht zu kurz kommt. Mittlerweile 16 junge sowie ältere Frauen und Männer haben sich als IT-Paten gemeldet. So stehen nun in zahlreichen Ilzer-Land-Gemeinden ehrenamtliche IT-Paten zur Verfügung. Sie alle verbindet die Freude daran, ihr Wissen weiterzugeben und unseren Seniorinnen und Senioren zur Seite zu stehen.

Biodiversitäts, Ressourcen- und Umweltschutz
In diesem Handlungsfeld ist die ILE breit aufgestellt! Vom Schulprojekt über eine Energieberatung im privaten Bereich bis hin zu Veranstaltungen für Unternehmen. Das Highlight in diesem Handlungsfeld sind wohl die Projekttage an verschiedenen Schulen im Ilzer Land. Diese bestehen aus interaktiven Werteverteilungsspielen, Lernspielen im Wald und aus der Erstellung eines Foto Comics.
Starke Ortsmitten im Ilzer Land. Sie prägen die Region und sind gerade im ländlichen Raum Kristallisationspunkte.

Bewusstseinsbildung: Baukultur als wesentlicher Bestandteil unserer Region. Die Identität historisch gewachsener Ortsbilder macht unsere Städte, Dörfer und Märkte unverwechselbar. Hierzu wurde im Ilzer Land ein digitaler Baukulturkompass aufgelegt. Anhand von drei Beispielen aus dem Ilzer Land wird in Form von 3D-Touren Hilfestellung gegeben, um die räumliche und gestalterische Ordnung des Ortsbildes zu bewahren. Es handelt sich bei den drei Objekten um den Neubau eines Einfamilienhauses, die Sanierung eines zuvor leerstehenden Wohn- und Geschäftshauses und um eine kommunale Sanierungsmaßnahme (Maierei Thurmansbang). Darüber hinaus ist geplant, die Ortsmitten im Rahmen einer „Heimat im Blick“ Reihe durch digitale 3D-Touren „von zu Hause aus“ erlebbar zu machen. Die Bauhütte als ehemaliger Leerstand in der Ortsmitte des Marktes Perlesreut wurde Anschauungs- und Identifikationsobjekt und Sitz der Geschäftsleitung ILE Ilzer Land. Als 3D-Tour auf der Homepage der ILE Ilzer Land erlebbar, mit Info-Points zu Baumaterialien und deren Wiederverwendung, Bauweisen und Vorher-Nachher Bildern.

Innenentwicklung sichert nicht nur die Funktionsfähigkeit unserer Ortszentren, sie vermindert gleichzeitig die Notwendigkeit neuer Flächenausweisungen am Ortsrand. Beseitigung von Leerständen durch kostenlose Beratungsangebote, auch schon im Vorfeld bei sich abzeichnenden oder drohenden Leerständen, z.B. durch Geschäftsaufgaben. Hierzu wurden von den Ilzer Land Gemeinden kommunale Förderprogramme aufgelegt. Die Leerstandsberatungen umfassen auch das Thema Bau- und Fördermittelberatung.

Strukturen bewahren, nutzen und neu denken

Auch über PV-Freiflächen macht sich die ILE Ilzer Land Gedanken, Foto: Nigl + Mader GmbH

Das ist das Ziel im Handlungsfeld „Technische Infrastruktur“ der ILE Ilzer Land. Wichtige Themen, wie Energie, Ver- und Entsorgung, Mobilität, Digitale Infrastruktur oder Datenschutz sind aus unserem täglichen Leben nicht mehr weg zu denken! Eben weil wir sie täglich nutzen wollen/müssen, müssen wir diese Strukturen auch BEWAHREN. Die ILE Ilzer Land engagiert sich daher aktuell in Studierendenprojekte zum Thema „Errichtung von PV-Anlagen in Saldenburg, Thurmansbang, Röhrnbach“, zusammen mit der TH Deggendorf. Außerdem werden derzeit Konzepte für PV-Freiflächenanlagen erstellt und einzelne Nahwärmenetze, Heizungs- und Lüftungsanlagen geplant. Die ILE ist damit bereits auf dem Weg in eine möglichst klimaneutrale Zukunft!

Interkommunale Zusammenarbeit / E-Government: „Gemeinsam für eine starke und zukunftsfähige Region!“

Gemeinsam Lösungen für zukünftige Herausforderungen finden – ob im Bereich der Klärschlammverwertung, bei der Digitalisierung oder beim Klimawandel. Denn nur gemeinsam können wir diese großen Herausforderungen bewältigen! Die ILE nutzt das Potenzial der interkommunalen Zusammenarbeit, um somit die Region in ihrer Gesamtheit zu stärken, während das Netzwerk stetig erweitert und gepflegt wird. Die Vernetzung zwischen den Gemeinden ist ein sehr wichtiger Faktor, denn als eine zusammenhängende Region kann die Strahlkraft erhöht werden. Mit ihren ihren gemeinsamen Projekten wollen sie Angebote für Bürgerinnen und Bürger schaffen und das Ilzer Land innovativer, lebens- und liebenswerter gestalten. In diesem Handlungsfeld denken die BürgermeisterInnen beispielsweise über gemeinsame Einstellung von MitarbeiterInnen (z.B. Auszubildender, Datenschutzbeauftragter, Archivarin), gemeinsame Anschaffungen (z.B. Mobile Bühne für Veranstaltungen oder barrierefreier Sanitärcontainer für Feste), dieErarbeitung einer gemeinsamen Strategie zur Klärschlammverwertung, die Digitalisierung der Rathäuser / E-Government oder die Organisation von Netzwerktreffen, z.B. Geschäftsleitertreffen oder Gemeinderätinnen-Treffen nach.

Das erste Gemeinderätinnen-Treffen fand bereits am 09.04.2022 in Hutthurm statt. Die Gemeinderätinnen der Marktgemeinde Hutthurm Manuela Rosenberger, Andrea Koller und Teresa Wagner-Mösl ergriffen die Initiative und luden gemeinsam mit Corina Molz, der Geschäftsführerin der ILE, alle Amtsträgerinnen der Gemeinden des Ilzer Landes zu einem gemeinsamen Austausch ein – so wurde neben der gewinnbringenden Zusammenarbeit in der Kommunalallianz eine weitere Win-Win-Situation geschaffen. Das Gemeindegebiet inklusive der gelebten Öko-Modellregion wurde dabei vorgestellt. Im Verlauf des Tages stellte sich immer wieder heraus, wie wichtig dieser politische Austausch auch gemeindeübergreifend ist. Neue Ideen wurden kommuniziert, Ansätze und Möglichkeiten besprochen und neue Denkweisen ausgetauscht. Angetan vom erfolgreichen Tag erklärte sich Bürgermeisterin Dr. Carolin Pecho aus Ringelai bereit, ein Folgetreffen in ihrer Gemeinde Ringelai zu veranstalten. (Mehr Informationen unter https://www.facebook.com/ilzerland/posts/5349054031804521)

Die ILE Ilzer Land wird als Smart-City-Modellprojekt bzw. als smart(e) region vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen gefördert
So Smart kann Land sein, das Motto des Projekts "smart region", Foto: Ilzer Land

So Smart kann Land sein, das Motto des Projekts „smart region“, Foto: Ilzer Land

Für das Ilzer Land bedeutet das seit Mai, die Digitalisierung aktiv zu gestalten und sich so gemeinsam für die hybride – also digitale und analoge – Zukunft zu rüsten. Gemeinsam mit den BürgerInnen des Ilzer Landes wird in diesem ersten Jahr eine gemeinsame Smart-City-Strategie für die Region entwickelt. Anknüpfend daran steht in den vier folgenden Jahren die Umsetzung der geplanten Maßnahmen im Vordergrund. Mit der Entwicklung einer neuen Homepage als zentrale Informationsplattform, digitalen Anschlagtafeln für die Gemeinden sowie hybriden Dorfzentren sind erste Aktivitäten bereits in der Planung. Zudem sind beispielsweise ein hybrider Wochenmarkt zur Stärkung der regionalen Wertschöpfung oder ein Co-Working-Space angedachte gemeindespezifische Maßnahmen. Das Großprojekt leiten wird Lena Schandra, die seit Mai von Michele Bauer, Saskia Sittel und Maria Grübl unterstützt wird. Diese Chance zur Digitalisierung gilt es jetzt zu nutzen, damit das Ilzer Land eine attraktive Region bleibt, mit einem aktiven Zusammenleben, einer funktionierenden Daseinsvorsorge und mit belebten Dorfkernen

Neue Wege der Bürgerbeteiligung: offline – online

Vorschläge einbringen, Ideen diskutieren und weiter entwickeln, die eigene Meinung darstellen. Diese Möglichkeiten gibt es in Bürgersprechstunden oder auf Bürgerversammlungen. Kommunen des Ilzer Landes gehen hier einen neuen Weg. Unter https://mitreden.ilzerland.bayern geht Öffentlichkeitsbeteiligung auch digital. Hier können Projekte diskutiert werden oder auch eigene Vorschläge eingebracht werden. Die Webseite basiert auf CONSUL, einer Software, die ursprünglich für Barcelona entwickelt wurde, und mittlerweile in 23 Länder und von 120 Organisationen für eine offene und transparente Bürgerbeteiligung eingesetzt wird. Wichtig ist den Machern der Plattform, das Smart City-Team im Ilzer Land, dass eine ehrliche und konstruktive Diskussion geführt wird. Daher ist eine Registrierung mit dem echten Vor- und Familiennamen Pflicht für alle, die sich online beteiligen möchten.

ARGE Ilztal und Dreiburgenland

Das Handlungsfeld Tourismus bzw. die ARGE Ilztal und Dreiburgenland setzt sich aus 19 Gemeinden der beiden ILEn Passauer Oberland und Ilzer Land zusammen. Ziel ist es, die Region und ihre Betriebe aus unterschiedlichen Branchen zu einem Netzwerk auszubauen und nachhaltig als Wanderdestination zu etablieren. Unter dem Titel „Entdecke das Unerwartete“  zeigen sie das Ilztal und Dreiburgenland aus der Sicht der Menschen, die dort leben und arbeiten. Sie erzählen von Menschen aus der Region, was sie antreibt und was ihnen wichtig ist. Auch ein Prominenter ist unter den Portraits – mehr unter www.ilztal.de/menschen.

 

Mehr Informationen zur ILE gibts auf deren Website oder auf den Social Media Kanälen Facebook und Instagram!