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Leerstand

„Leerstand“ in einer Kommune oder einer Region ist ein ernstes Problem. Wer – egal ob Unternehmer oder Privatperson – will sich schon in einer Gemeinde ansiedeln, in der Lücken im Ortsbild klaffen?

Dort, wo Gebäude nicht mit Leben erfüllt sind, sondern nur verfallen oder einfach leer stehen – dort will keiner wohnen. Die Folgen sind Abwanderung und Bevölkerungsschwund. Von diesem Problem sind viele Kommunen im ländlichen Raum betroffen. Im Bayerischen Wald sind zahlreiche Verantwortliche gegen diese unschönen Stellen und ihre Konsequenzen vorgegangen und haben Ortszentren revitalisiert. Sie sind nun wieder Orte, die „beseelt“ sind. Gemeinsam mit den Projektkoordinatoren der Ländlichen Entwicklung Niederbayern wurde im Sommer 2015 ein erster Leerstands-Kongress in Winzer (Lkr. Deggendorf) organisiert. Er hat gezeigt: Die Lösungsmöglichkeiten müssen individuell sein, der Leerstand ist lösbar und sogar eine Chance.

Best Practice Broschüre Leerstandsmanagement

Förderberatung

Der Bayerische Wald ist ein Landstrich voller kreativer Köpfe, die ihre Heimat mitgestalten wollen. Neben einer zündenden Idee braucht es für ein Projekt auch eine gesicherte Finanzierung. Staatliche Förderung – sei es durch den Freistaat Bayern, den Bund oder die Europäische Union – kann hier einen wertvollen Beitrag leisten. Manchmal können auch öffentliche oder private Stiftungen helfen.

Das Fördermittelwesen gleicht für Neulinge manchmal einem undurchdringlichen Dschungel, in dem die Orientierung schwerfällt. Aufgrund der Vielzahl der Programme ist es nicht möglich, alle für Niederbayern potentiell relevanten Programme aufzulisten – und auch die beste Datenbank und die beste Broschüre kann das persönliche Gespräch nicht ersetzen. Für das Gebiet der ILE Bayerwald wurde daher eine Anlaufstelle für Förderanfragen mit Sitz im Europahaus in Freyung geschaffen. Hier ist das Büro des Amtes für Ländliche Entwicklung bestens angesiedelt und vernetzt. Denn die Profis der EUREGIO Bayerischer Wald – Böhmerwald – Unterer Inn sind mit der Art der „Fördertöpfe“ und deren Bedeutung für die Region bestens vertraut.

Die Idee für eine bessere Nutzung v. a. von EU-Fördermitteln entstand bereits vor Jahren bei der Regierung von Niederbayern, wurde dann in den Impulsrunden des Aktionsprogramms Bayerwald wieder aufgenommen und ist nun ein Kernthema der Heimatregion.

Wenn Sie noch nicht recht wissen, ob und wie Ihre Ideen förderfähig sein könnten oder zu welchem Programm sie vielleicht passen, sind Sie hier an der richtigen Adresse:

Förderberatung ILE Bayerwald
Europahaus
Kolpingstraße 1
94078 Freyung

Julia Stieglbauer
Tel.: +49 (0) 172 31 37 866
julia.stieglbauer(at)ale-nb.bayern.de

Martin Kenneder
Tel.: +49 (0) 174 20 88 160
martin.kenneder(at)ale-nb.bayern.de

Für viele Programme ist eine Zusammenarbeit mit Partnern oder eine Antragsstellung bei Stellen außerhalb der Region notwendig, sei es in anderen Teilen Bayerns und Deutschlands oder auch in Brüssel. Auch bei diesen Förderanliegen stehen wir Ihnen gerne zur Seite.

Alle Interessierten, egal ob Unternehmen, Gemeinden oder Vereine aus dem Gebiet der ILE Bayerwald können sich jederzeit an uns wenden. Zögern Sie nicht, denn

Ihre Ideen sind es wert!

FÖRDERMÖGLICHKEITEN

Um Ihnen einen ersten Einblick zu eröffnen, hier einige Hinweise zu, in unserer Region bisher wenig genutzten, Fördermöglichkeiten der Europäischen Union:
• Programm „Europa für Bürgerinnen und Bürger“
• Gegenstand der Förderung: Partnerschaften zwischen mind. zwei Kommunen aus unterschiedlichen Ländern
• Mind. 25 Teilnehmer aus den Kommunen müssen sich in einem der teilnahmeberechtigten Länder treffen
• Antragsberechtigt: Gemeinden, Städte und Partnerschaftsvereine u. Ä. aus der EU und dem westlichen Balkan
• • Berücksichtigung von sog. „spezifische Prioritäten“ (Schwerpunktthemen) im Programm ist nicht verpflichtend, steigert aber die Erfolgsaussichten eines Antrages
• Antragsfrist: zwei Mal pro Jahr
• Förderung: max. 25.000,- € als Zuschuss, Auszahlung von Pauschalsätzen
• Programm „Europa für Bürgerinnen und Bürger“
• Gegenstand der Förderung: Veranstaltungen von mind. vier Partnerkommunen aus unterschiedlichen Ländern mit dem Ziel langfristiger Kooperation
• Gefördert werden Projekte, die mind. vier Veranstaltungen umfassen und max. 24 Monate dauern
• Antragsberechtigt: Gemeinden, Städte, regionale Verwaltungen und Partnerschaftsvereine u. Ä. aus der EU und dem westlichen Balkan
• • Berücksichtigung von sog. „spezifische Prioritäten“ (Schwerpunktthemen) innerhalb der Veranstaltungen ist nicht verpflichtend, steigert aber die Erfolgsaussichten eines Antrages
• Antragsfrist: zwei Mal pro Jahr
• Förderung: max. 150.000,- € als Zuschuss, Auszahlung von Pauschalsätzen
• Programm „Erasmus+“, Bereich Sport
• Mögliche Inhalte geförderter Projekte: Austausch zu bewährten Methoden, Entwicklung von Werkzeugen der Bildung im Bereich Sport, Sensibilisierung für den Nutzen sportlicher Betätigung, Vernetzung des Sports mit den Bereichen Gesundheit, Bildung und Jugend, Erweiterung des Kenntnisstandes zur Bewältigung von Herausforderungen
• Ziele geförderter Projekte: soziale Eingliederung und Chancengleichheit fördern, traditionelle Sportarten bekannt machen, Mobilität fördern, Gefahren für Sportler durch verbesserte Bedingungen
• Antragssteller: Konsortien aus mind. drei Organisationen aus drei verschiedenen europäischen Ländern
• Dauer der Projekte: ein bis zwei Jahre
• Antragsfrist: einmal pro Jahr
• Förderung durch Zuschuss (max. 60.000,- €)
• Programm „Erasmus+“, Bereich Jugend in Aktion
• Fördergegenstand: Begegnungen junger Menschen (13 – 30 Jahre) aus mind. zwei europäischen Ländern mit einer Dauer von 5 – 21 Tagen
• 16 – 60 Teilnehmer (plus Gruppenleiter)
• Gemeinsame Projekte, Workshops und andere Aktivitäten außerhalb der Schulzeit
• Antragsberechtigt sind Jugendorganisationen und –gruppen
• Antragsfrist: dreimal pro Jahr
• Förderung durch Zuschüsse zu den Reisekosten
Antragssteller in Förderprogrammen der Europäischen Union können zumeist juristische Personen des öffentlichen und / oder privaten Rechts sein. Die Antragsstellung erfolgt meist auf elektronischem Weg, für den eine Registrierung erforderlich ist. Hierbei sind wir Ihnen gerne behilflich. Eine Einsendung des Antrags in Papierform kann vorgesehen sein.
Manche Programme zielen auf unternehmerische, gewerbliche Zielsetzungen, andere auf gemeinnützige Projekte. Nicht nur aus diesem Grund ist es sinnvoll, vor der Ansprache der Förderstellen ein Paar, über die erste Idee hinausgehende, Eckpunkte des Vorhabens zu konkretisieren:

­ Welches Ziel soll genau erreicht werden?
­ Welche Maßnahmen könnten dafür erfolgen?
­ Was sind mögliche Projektpartner?

Die Förderberatungsstelle für die ILE Bayerwald ist Ihnen hierbei gerne behilflich.

• Eine finanzielle Förderung erfolgt, je nach Programm, entweder in Form von nicht rückzahlungspflichtigen Zuschüssen oder Darlehen zu vergünstigten Konditionen.

• In einigen Fällen können verschiedene Förderungen miteinander kombiniert werden. Manche Förderprogramme schließen dies aber aus. Oft ist dies bei einer Mehrfachförderung durch mehrere Programme derselben staatlichen Ebene, etwa durch zwei Programme der EU, der Fall.

• Darüber hinaus ist in aller Regel ein gewisser Eigenanteil des Antragsstellers an der Finanzierung obligatorisch. Oft kann dieser nicht nur als Geldbetrag, sondern z. B. auch in Form des Wertes von für das geförderte Projekt geleisteten Arbeitsstunden eingebracht werden.

• Die Förderbedingungen eines Programms sehen vielfach vor, dass Sie Ihr Vorhaben erst nach Erhalt des Bewilligungsbescheides beginnen. Sollten Sie schon vor diesem Zeitpunkt tätig werden wollen, klären Sie dies bitte frühzeitig mit der zuständigen Förderstelle ab, um keine Fördermittel zu verlieren.

Mobilitästskonzept

Die Sicherstellung der Mobilität ist ein entscheidender Schlüsselfaktor für die Standortqualität „Bayerischer Wald“. Abnehmende und alternde Bevölkerungsstrukturen, veränderte Mobilitätsansprüche und gleichzeitig sinkende finanzielle Spielräume der Kommunen, stellen die verantwortlichen Akteure vor immer größere Herausforderungen.
Das heutige ÖPNV-Angebot kann diesen Anforderungen allein nicht mehr gerecht werden und alternative sowie regional abgestimmte, grenzüberschreitende Lösungen sind gefragt.
Zusammen mit den Mobilitätsbeauftragten der fünf Bayerwaldlandkreise will man dieses Problem angehen und hat gemeinsam bereits verschiedene Ideen entwickelt. Das erste Projekt ist ein gemeinsamer Bayerwald-Tarif. Neben der Entwicklung eines einheitlicher Wabentarifs für die vier Landkreise Deggendorf, Freyung-Grafenau, Passau und Regen sollen gleichzeitig die wichtigsten landkreisübergreifenden Verkehre im ÖPNV untersucht und wenn möglich durch Anpassungen von Taktung und Route optimiert werden.

Das gemeinsame Wabentarifsystem ist ein erster, aber grundlegender Schritt für die Verbesserung des ÖPNV im gesamten Projektraum. Landkreis-, ILE- und gemeindespezifische Konzepte zur Nachverdichtung des öffentlichen Personennahverkehrs können daran anknüpfen.
Bereits jetzt gibt es verschiedene Überlegungen dazu, wie das Mobilitätsangebot in der ILE Bayerwald darüber hinaus verbessert werden kann. Weitere Schritte wären beispielsweise eine Erweiterung der Mobilitätszentrale „Immer Mobil“ nach dem Vorbild Passaus auf alle beteiligten Landkreise.

Netzwerk Senioren- und Behindertenbeauftragte

Senioren- und Behindertenbeauftragte der fünf Landkreise Deggendorf, Freyung-Grafenau, Passau, Regen und Straubing haben sich unter der Federführung der Ländlichen Entwicklung zu einer Arbeitsgruppe zusammengeschlossen. Zum Ziel haben sich die Beteiligten unter anderem gesetzt, die Öffentlichkeit und die Verwaltungen für die Notwendigkeit der Barrierefreiheit zu sensibilisieren. In regelmäßigen Treffen werden Antworten auf Fragen zum barrierefreien Straßen- und Wegebau erarbeitet, außerdem soll eine gezielte Hilfestellung bei der altersgerechten und barrierefreien Planung und Gestaltung im privaten Bereich gegeben werden. Auch ein neuer Wegweiser soll hierfür dienen. Weitere Themen, die im Netzwerk erarbeitet werden sind Formen der Pflege, Wohnen im Alter und die gesellschaftliche Teilhabe von Senioren.