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Leerstand

„Leerstand“ in einer Kommune oder einer Region ist ein ernstes Problem. Wer – egal ob Unternehmer oder Privatperson – will sich schon in einer Gemeinde ansiedeln, in der Lücken im Ortsbild klaffen?

Dort, wo Gebäude nicht mit Leben erfüllt sind, sondern nur verfallen oder einfach leer stehen – dort will keiner wohnen. Die Folgen sind Abwanderung und Bevölkerungsschwund. Von diesem Problem sind viele Kommunen im ländlichen Raum betroffen. Im Bayerischen Wald sind zahlreiche Verantwortliche gegen diese unschönen Stellen und ihre Konsequenzen vorgegangen und haben Ortszentren revitalisiert. Sie sind nun wieder Orte, die „beseelt“ sind. Gemeinsam mit den Projektkoordinatoren der Ländlichen Entwicklung Niederbayern wurde im Sommer 2015 ein erster Leerstands-Kongress in Winzer (Lkr. Deggendorf) organisiert. Er hat gezeigt: Die Lösungsmöglichkeiten müssen individuell sein, der Leerstand ist lösbar und sogar eine Chance.

Best Practice Broschüre Leerstandsmanagement
Verwaiste Gastwirtschaften oder leerstehende Geschäfte und Gebäude finden sich fast in jeder Kommune im ländlichen Raum. Auf der anderen Seite nimmt der Flächenverbrauch in den Außenbereichen stetig zu, beispielsweise durch Neubaugebiete oder Einkaufsmärkte.
Ein Problem, dass die Regierung von Niederbayern und das Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern gemeinsam mit den Kommunen angehen wollen.

Dazu fand im November 2019 der in Oberalteich, Landkreis Straubing-Bogen, der zweite sogenannte Leerstands-Kongress statt.

Fördermittel

Der Bayerische Wald ist ein Landstrich voller kreativer Köpfe, die ihre Heimat mitgestalten wollen.

Neben einer zündenden Idee braucht es für ein Projekt auch eine gesicherte Finanzierung. Staatliche Förderung – sei es durch den Freistaat Bayern, den Bund oder die Europäische Union – kann hier einen wertvollen Beitrag leisten. Manchmal können auch öffentliche oder private Stiftungen helfen.

Manche Programme zielen auf unternehmerische, gewerbliche Zielsetzungen, andere auf gemeinnützige Projekte. Nicht nur aus diesem Grund ist es sinnvoll, vor der Ansprache der Förderstellen ein Paar, über die erste Idee hinausgehende, Eckpunkte des Vorhabens zu konkretisieren:

­Welches Ziel soll genau erreicht werden?
­Welche Maßnahmen könnten dafür erfolgen?
­Was sind mögliche Projektpartner?

• Eine finanzielle Förderung erfolgt, je nach Programm, entweder in Form von nicht rückzahlungspflichtigen Zuschüssen oder Darlehen zu vergünstigten Konditionen.

• In einigen Fällen können verschiedene Förderungen miteinander kombiniert werden. Manche Förderprogramme schließen dies aber aus. Oft ist dies bei einer Mehrfachförderung durch mehrere Programme derselben staatlichen Ebene, etwa durch zwei Programme der EU, der Fall.

• Darüber hinaus ist in aller Regel ein gewisser Eigenanteil des Antragsstellers an der Finanzierung obligatorisch. Oft kann dieser nicht nur als Geldbetrag, sondern z. B. auch in Form des Wertes von für das geförderte Projekt geleisteten Arbeitsstunden eingebracht werden.

• Die Förderbedingungen eines Programms sehen vielfach vor, dass Sie Ihr Vorhaben erst nach Erhalt des Bewilligungsbescheides beginnen. Sollten Sie schon vor diesem Zeitpunkt tätig werden wollen, klären Sie dies bitte frühzeitig mit der zuständigen Förderstelle ab, um keine Fördermittel zu verlieren.

Mobilitästskonzept

Die Sicherstellung der Mobilität ist ein entscheidender Schlüsselfaktor für die Standortqualität „Bayerischer Wald“. Abnehmende und alternde Bevölkerungsstrukturen, veränderte Mobilitätsansprüche und gleichzeitig sinkende finanzielle Spielräume der Kommunen, stellen die verantwortlichen Akteure vor immer größere Herausforderungen.
Das heutige ÖPNV-Angebot kann diesen Anforderungen allein nicht mehr gerecht werden und alternative sowie regional abgestimmte, grenzüberschreitende Lösungen sind gefragt.
Zusammen mit den Mobilitätsbeauftragten der fünf Bayerwaldlandkreise will man dieses Problem angehen und hat gemeinsam bereits verschiedene Ideen entwickelt. Das erste Projekt ist ein gemeinsamer Bayerwald-Tarif. Neben der Entwicklung eines einheitlicher Wabentarifs für die vier Landkreise Deggendorf, Freyung-Grafenau, Passau und Regen sollen gleichzeitig die wichtigsten landkreisübergreifenden Verkehre im ÖPNV untersucht und wenn möglich durch Anpassungen von Taktung und Route optimiert werden.

Das gemeinsame Wabentarifsystem ist ein erster, aber grundlegender Schritt für die Verbesserung des ÖPNV im gesamten Projektraum. Landkreis-, ILE- und gemeindespezifische Konzepte zur Nachverdichtung des öffentlichen Personennahverkehrs können daran anknüpfen.
Bereits jetzt gibt es verschiedene Überlegungen dazu, wie das Mobilitätsangebot in der ILE Bayerwald darüber hinaus verbessert werden kann. Weitere Schritte wären beispielsweise eine Erweiterung der Mobilitätszentrale „Immer Mobil“ nach dem Vorbild Passaus auf alle beteiligten Landkreise.

Netzwerk Senioren- und Behindertenbeauftragte

Senioren- und Behindertenbeauftragte der fünf Landkreise Deggendorf, Freyung-Grafenau, Passau, Regen und Straubing haben sich unter der Federführung der Ländlichen Entwicklung zu einer Arbeitsgruppe zusammengeschlossen. Zum Ziel haben sich die Beteiligten unter anderem gesetzt, die Öffentlichkeit und die Verwaltungen für die Notwendigkeit der Barrierefreiheit zu sensibilisieren. In regelmäßigen Treffen werden Antworten auf Fragen zum barrierefreien Straßen- und Wegebau erarbeitet, außerdem soll eine gezielte Hilfestellung bei der altersgerechten und barrierefreien Planung und Gestaltung im privaten Bereich gegeben werden. Auch ein neuer Wegweiser soll hierfür dienen. Weitere Themen, die im Netzwerk erarbeitet werden sind Formen der Pflege, Wohnen im Alter und die gesellschaftliche Teilhabe von Senioren.